Ausdruck von www.aidshilfe-stuttgart.de am 07.07.2022:

15.000 EUR für „Café La Strada“ und „Café Strich-Punkt“

Aus der 47. Runde der „Zehn-Prozent-Aktion“ des Evangelischen Dekanats Wiesbaden sind das „Café La Strada“ und das „Café Strich-Punkt“ mit 15.000 EUR gefördert worden.

Das Gesundheitsamt Stuttgart, der Caritasverband für Stuttgart e.V., die AIDS-Hilfe Stuttgart e.V. und der Verein zur Förderung von Jugendlichen mit besonderen sozialen Schwierigkeiten e.V. betreiben die Anlaufstellenangebote „Café La Strada“ – für weibliche Prostituierte – und „Café Strich-Punkt“ – für männliche Prostituierte – unter dem Dach der Stuttgarter Anlaufstelle für weibliche und männliche Prostituierte. Träger der gemeinsamen Anlaufstelle ist der Caritasverband für Stuttgart e.V.

Seit 47 Jahren sind die Menschen der „Zehn-Prozent-Aktion“ des Evangelischen Dekanats Wiesbaden bereit, nicht nur zu geben, sondern zu teilen. Vorbild für sie ist dabei die biblische Weisung Gottes, den “zehnten Teil” dessen, was man besitzt, den Armen zu geben. Jedes Jahr stellt ein Kaufmann zehn Prozent seines Einkommens zur Verfügung, um Menschen in Not zu helfen. Er nennt sich deshalb “Mister Zehnprozent”. Seinen richtigen Namen möchte er nicht nennen, weil es ihm nicht darum geht, mit dieser Aktion berühmt zu werden.

Spendenübergabe in Aachen: Andreas Dollmann, Mitglied des Vorstandes der AIDS-Hilfe Stuttgart e.V., sowie Maria Nestele und Manfred Blocher, beide Caritasverband Stuttgart e.V. (Foto: Werner Neubrandt)  

  Spendenübergabe (Foto: Werner Neubrandt)

Bei der 47. Aktion, die bis zum 31. März 2016 ging, spendete „Mister Zehnprozent“ 40.000 EUR, weil sich bis zu diesem Zeitpunkt weitere 380 Mitspender gefunden hatten, die bereit waren, ihren „Zehnten“ – ob vom Gehalt, vom Taschengeld, von ihren Honoraren oder von ihrer Rente – als Scherflein beizutragen. Jedes Jahr kommen so etwa 180.000 EUR zusammen. Damit werden die ausgewählten Projekte der Hilfswerke Brot für die Welt, MISEREOR, missio und „Projekte vor der Haustür“ unterstützt.

In diesem Jahr erhielt die Stuttgarter Anlaufstelle für Prostituierte – also die Anlaufstelleangebote „Café La Strada“ und „Café Strich-Punkt“ – insgesamt 15.000 EUR aus der „Zehn-Prozent-Aktion“ in der Kategorie „Projekte vor der Haustür“. Stellvertretend nahmen Andreas Dollmann, Mitglied des Vorstandes der AIDS-Hilfe Stuttgart e.V., sowie Maria Nestele und Manfred Blocher, beide von Seiten des Caritasverbandes Stuttgart e.V. zuständig für die Stuttgarter Anlaufstelle für Prostituierte und dort insbesondere für das „Café La Strada“, (V. l. n. r. im Bild!) den Spendenscheck im Rahmen eines ökumenischen Dankgottesdienstes in Aachen entgegen.

Mit dieser großzügigen Spende der „Zehn-Prozent-Aktion“ wird die inhaltliche Arbeit in der Stuttgarter Anlaufstelle rund um das Thema weibliche und männliche Prostitution unterstützt. Die Spendengelder werden direkt für die Grundversorgung und die Angebote für die bedürftigen Männer und Frauen eingesetzt, die hier in Stuttgart der Prostitution nachgehen.

Die Angebote in der Stuttgarter Anlaufstelle für weibliche und männliche Prostituierte werden sehr stark von ehrenamtlich Mitarbeitenden getragen und durchgeführt. Die beteiligten Träger begleiten und unterstützen hier mit Wissen und hauptamtlichem Personal. Für die Ehrenamtlichen und für die beteiligten Träger bedeutet eine Spende in dieser Größenordnung auch Wertschätzung und Bestärkung in der Richtigkeit ihres Engagements. Dies ist mit Geld nicht aufzuwiegen. Für die beteiligten Träger bedeutet diese Würdigung auch ein gutes Signal aus der evangelischen Kirche zum Thema „Prostitution und negative Begleiterscheinungen“ – gerade jetzt, in Zeiten einer zwiespältigen Diskussion in der Öffentlichkeit. Diesem Engagement gilt deshalb ein ganz besonderes Dankeschön!

Seit Gründung der „Zehn-Prozent-Aktion“ im Jahre 1968 wurden mit insgesamt 8,93 Millionen Euro 232 Hilfsprojekte in 70 Ländern und 66 „Projekte vor der Haustür“ gefördert. Die Schirmherrschaft hat von Beginn an „Brot für die Welt“. Bei der 47. „Zehn-Prozent-Aktion“ konnte das Evangelische Dekanat Wiesbaden die Rekordsumme von insgesamt 202.213,15 EUR sammeln – gespendet von 385 Personen. Gefördert werden hiermit Hilfsprojekte in Westafrika, Sri Lanka, Syrien, Südafrika – und eben das „Projekt vor der Haustür“, die Stuttgarter Anlaufstelle für Prostituierte, mit stolzen 15.000 EUR.

„Mister Zehnprozent“ hütet seine Identität übrigens getreu der Bergpredigt: Bei Almosen soll „die linke Hand nicht wissen, was die rechte tut“. In seinem Grußwort betonte er, „dass Teilen Freude macht und dass wir damit in der Nähe und in der Ferne Freunde finden“.

Weitere Auskünfte erteilt gerne:

  • Franz Kibler, M.A. Sozial- und Verhaltenswissenschaften (Univ.), Geschäftsführer, AIDS-Hilfe Stuttgart e.V., Johannesstr. 19, 70176 Stuttgart, E-Mail: franz.kibler@aidshilfe-stuttgart.de, Tel.: 0711/22 46 9–27.

(Foto: Werner Neubrandt)